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Cyanotype fotografie

Veröffentlicht 17. November 2025

Cyanotype fotografie

Du stehst vor einem Berg von Möglichkeiten und fragst dich: Was ist diese Cyanotypie eigentlich, und kann ich das wirklich selbst zu Hause ausprobieren? Vielleicht hast du schon diese wunderschönen, tiefblauen Bilder gesehen und denkst, das sei kompliziertes Laborwissen. Ich sage dir: Das ist es nicht. Cyanotypie, oder auch Blaupause genannt, ist eine der zugänglichsten und magischsten fotografischen Techniken, die du entdecken kannst. Es ist analog, es ist haptisch und es bringt dich direkt mit dem Licht und der Chemie in Kontakt. Lass uns gemeinsam diesen faszinierenden Weg gehen und schauen, wie du deine ersten beeindruckenden Ergebnisse in diesem alten, aber lebendigen Verfahren erzielst.

Was ist cyanotypie fotografie eigentlich?

Im Kern ist Cyanotypie ein chemischer Prozess, der Licht nutzt, um ein Bild zu erzeugen. Das Ergebnis ist immer dieser unverwechselbare, intensive Preußischblau-Ton. Du brauchst dafür kein Dunkelkammerlabor mit fließendem Wasser und komplizierten Chemikalien. Das Schöne an der Cyanotypie ist ihre Einfachheit und die Tatsache, dass du sie fast überall im Tageslicht entwickeln kannst – ja, im Sonnenlicht! Ursprünglich im 19. Jahrhundert entwickelt, nutzten Ingenieure diese Methode, um technische Zeichnungen zu vervielfältigen, daher der Name Blaupause. Heute nutzen Künstler und Hobbyfotografen diese Technik für Kunstwerke, Textilien und einzigartige Papierabzüge.

Die grundchemie verstehen, ohne chemiker zu sein

Du brauchst nur zwei Hauptkomponenten, die du meistens fertig als Set für deine ersten Versuche kaufst. Das sind die lichtempfindlichen Salze. Wenn du diese beiden Salze anmischst und auf ein saugfähiges Material (wie Papier oder Stoff) aufträgst, entsteht eine lichtempfindliche Beschichtung. Wenn diese Beschichtung nun UV-Licht – also Sonnenlicht – ausgesetzt wird, verändern sich die Chemikalien an den belichteten Stellen. Die unbelichteten Stellen bleiben weich und wasserlöslich.

Dieser einfache Unterschied ist der Schlüssel zum Erfolg bei der Cyanotypie Fotografie. Nach der Belichtung spülst du das Material einfach mit Wasser aus. Nur die Stellen, die du mit deinem Negativ oder Objekt abgedeckt hast, bleiben hell, während der Rest tiefblau wird. Das ist der Moment, in dem das Bild erscheint – oft sehr befriedigend.

Dein erster schritt: was du für den start brauchst

Bevor du loslegst, brauchst du ein paar grundlegende Dinge. Keine Sorge, du musst nicht sofort teure Spezialausrüstung kaufen. Viele Dinge hast du vielleicht schon zu Hause. Wenn du dich fragst, wie man cyanotypie selbst macht, ist die Materialliste der erste Anhaltspunkt.

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Materialien für dein cyanotypie experiment

Cyanotype fotografie
  1. Die Chemikalien: Kaufe ein fertiges Set, das die beiden Komponenten (meistens Ammoniumeisen(III)-citrat und Kaliumhexacyanoferrat(II) oder ähnliche Varianten) enthält. Diese kaufst du trocken und mischst sie erst kurz vor der Anwendung mit destilliertem Wasser an.
  2. Das Trägermaterial: Startest du mit Papier, nimm dickes Aquarellpapier (mindestens 200 g/m²). Es saugt die Lösung gut auf. Auch Baumwollstoffe oder Holz eignen sich.
  3. Belichtungswerkzeug: Du brauchst eine UV-Quelle. Die Sonne ist die beste und günstigste Wahl. Alternativ gibt es spezielle UV-Lampen für den Innenbereich.
  4. Abdeckmaterial (für Fotogramme): Das ist das Schönste für den Anfang! Nimm Dinge, die du in der Natur findest: Blätter, Federn, Spitze, oder transparente Gegenstände wie Glas.
  5. Entwicklungsmaterial: Eine flache Wanne oder ein großer Eimer mit Wasser (Leitungswasser ist meist ausreichend) zum Auswaschen.
  6. Pinsel oder Schaumstoffroller: Zum gleichmäßigen Auftragen der lichtempfindlichen Lösung.

Der prozess: schritt für schritt zur blaupause

Wenn du dich fragst, wie lange belichtet man cyanotypie, wirst du feststellen, dass es stark vom Licht abhängt. Aber keine Sorge, der Prozess ist sehr linear.

Nützliche Quellen

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Schritt 1: die chemikalien vorbereiten

Mische die beiden trockenen Komponenten separat in destilliertem Wasser an, genau nach Anleitung des Herstellers. Meistens musst du diese Lösungen dann für einige Stunden oder über Nacht ziehen lassen, bis sie vollständig gelöst sind. Wichtig: Arbeite bei schwachem Licht oder im Schatten. Obwohl die fertige Lösung nicht extrem lichtempfindlich ist, vermeidest du unnötige Belichtung.

Schritt 2: das papier beschichten

Jetzt kommt die Magie ins Spiel. Arbeite schnell und gleichmäßig. Nimm deinen Pinsel und trage die gemischte Lösung dünn und flächendeckend auf dein Papier auf. Denk daran: Dünn ist besser als dick. Eine zu dicke Schicht trocknet langsamer und bildet oft Flecken. Lass das Papier anschließend an einem dunklen, gut belüfteten Ort vollständig trocknen. Es muss sich trocken anfühlen, bevor du weiterarbeitest.

Schritt 3: die belichtung – der entscheidende moment

Dies ist der Punkt, an dem du deine Objekte platzierst. Lege dein Blatt Papier auf eine feste Unterlage. Lege nun deine Motive (z.B. Farne oder Spitze) direkt auf die beschichtete Fläche. Lege dann eine Glasscheibe darüber und fixiere alles leicht, damit nichts verrutscht. Wenn du Cyanotypie mit Negativen machen möchtest, spannst du das Negativ auf das Papier. Geh nach draußen in die direkte Sonne.

Wie lange belichtest du nun? Das ist die Gretchenfrage. Bei starker Mittagssonne können es nur 5 bis 10 Minuten sein. Bei bewölktem Himmel dauert es vielleicht 20 bis 40 Minuten. Dein Indikator ist die Farbe: Die Stellen, die Licht abbekommen haben, werden sich von einem blassen Gelbgrün zu einem dunkleren, fast bräunlichen Farbton verändern. Probiere aus! Belichte ein Teststreifenstück, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie lange dein Licht gerade braucht.

Schritt 4: die entwicklung und fixierung

Ist die Belichtungszeit abgelaufen, nimm die Objekte herunter. Halte das belichtete Papier unter fließendes, lauwarmes Wasser. Du wirst sofort sehen, wie sich die unbelichteten, weichen Teile auflösen und weggespült werden. Das Bild entwickelt sich in diesem Moment in seiner blauen Pracht. Wasche das Blatt so lange, bis das Wasser klar bleibt und keine gelblichen Reste mehr herauskommen. Dieser Waschvorgang ist auch die Fixierung, da das überschüssige Salz ausgewaschen wird.

Schritt 5: trocknen und fertigstellen

Hänge deine fertige Cyanotypie zum Trocknen auf. Achte darauf, dass sie nicht in der direkten Sonne trocknet, um Verfärbungen zu vermeiden. Wenn das Papier trocken ist, ist dein Kunstwerk fertig. Es ist wetterfest und lichtecht – das bedeutet, es verblasst nicht so schnell wie ein normales Farbfoto.

Cyanotypie mit eigenen digitalen negativbildern

Du möchtest vielleicht nicht nur Fotogramme machen, sondern echte Schwarz-Weiß-Fotos in Blau umwandeln. Das ist der nächste spannende Schritt in der historischen Cyanotypie Fotografie. Da die Methode nur auf UV-Licht reagiert, musst du dein digitales Schwarz-Weiß-Foto in ein transparentes Negativ umwandeln. Dein Drucker spielt hier eine Rolle.

Drucke dein Bild dazu auf eine spezielle, klare Transferfolie oder ein Inkjet-Transparenzfilm. Achte darauf, dass die schwarzen Bereiche des Bildes maximal dicht sind, damit sie das UV-Licht gut blockieren. Die hellen Bereiche müssen so transparent wie möglich sein, damit das Licht hindurchscheinen kann. Wenn du dieses fertige Negativ auf dein beschichtetes Papier legst und belichtest, erhältst du eine präzise Abbildung deines digitalen Motivs in Blau.

häufig gestellte fragen

Wo kaufe ich die cyanotypie chemikalien am besten?

Du findest fertige Sets in gut sortierten Fotofachgeschäften oder bei Online-Händlern, die sich auf analoge Fotografie oder Kunstbedarf spezialisiert haben. Achte darauf, dass du das Frische-Datum prüfst, da die fertigen Lösungen eine begrenzte Haltbarkeit haben.

Muss ich bei der cyanotypie immer sonnenlicht benutzen?

Nein, die Sonne ist am einfachsten, aber nicht zwingend erforderlich. Du kannst auch eine spezielle UV-Lichtquelle verwenden, die oft in einem Kasten verbaut ist. Das erlaubt dir, wetterunabhängig und mit genauerer Zeitkontrolle zu arbeiten, was besonders nützlich ist, wenn du die Belichtungszeiten reproduzieren möchtest.

Kann ich die blaue farbe der cyanotypie noch verändern?

Ja, das ist ein spannender Teil des Prozesses! Nach dem Wässern kannst du die entwickelten Bilder noch in Bäder tauchen, um die Farbe zu modifizieren. Zum Beispiel intensiviert eine leichte Lösung aus Wasser und einigen Tropfen Kaffeepulver oder Essig das Blau oft noch mehr. Auch Bäder mit Fixiersalzen können die Tonalität leicht anpassen.

Häufige Fragen

Problem: das bild ist zu blass oder gar nicht da
Wenn das Blau fehlt, hast du wahrscheinlich unterbelichtet. Das Licht war zu schwach oder die Zeit zu kurz. Geh beim nächsten Mal raus, wenn die Sonne kräftiger scheint, oder verlängere die Belichtungszeit deutlich. Manchmal liegt es auch daran, dass deine Chemikalien schon zu alt oder nicht richtig gemischt waren.
Problem: das bild ist zu dunkel oder die details fehlen
Überbelichtung. Die Sonneneinstrahlung war zu intensiv. Hier hilft nur, die Belichtungszeit zu verkürzen. Auch eine zu dicke Schicht der Emulsion kann dazu führen, dass das Licht nicht tief genug eindringt und die feinen Details „wegbrennt“.
Problem: ungleichmäßige farben und flecken
Meistens tritt dies auf, wenn die Beschichtung ungleichmäßig aufgetragen wurde, oder wenn das Papier nicht vollständig getrocknet war, bevor du es belichtet hast. Stelle sicher, dass du die Lösung dünn und in einem Zug aufstreichst und lass es wirklich durchtrocknen. Denk daran: Die Cyanotypie ist ein Prozess, bei dem du lernst, das natürliche Licht zu „lesen“. Es gibt keinen perfekten Belichtungszähler wie bei deiner Digitalkamera. Es ist ein Entdeckungsprozess, und genau das macht den Reiz dieser Technik aus. Wenn du anfängst, Cyanotypie auf Stoff drucken zu wollen, gelten ähnliche Regeln, nur dass du hier noch sorgfältiger beim Trocknen sein musst, damit die Chemikalien nicht verlaufen.
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