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Ausschreibungen fotografie

Veröffentlicht 16. November 2025

Ausschreibungen fotografie

Du bist Fotograf oder Fotografin und überlegst, dich an öffentlichen Aufträgen zu beteiligen? Vielleicht hast du schon gehört, dass große Unternehmen oder staatliche Stellen Aufträge über sogenannte Ausschreibungen vergeben. Du fragst dich, ob das für dich als Selbstständiger überhaupt Sinn macht, wie der ganze Prozess funktioniert und ob du da überhaupt mithalten kannst. Das ist ganz natürlich. Der Begriff „Ausschreibung“ klingt oft kompliziert und nach viel Bürokratie. Setz dich erst einmal in Ruhe hin. Ich erkläre dir Schritt für Schritt, wie du dich im Dschungel der Ausschreibungen Fotografie zurechtfindest und wie du professionell dein Angebot einreichst.

Was genau ist eine Ausschreibung und warum gibt es sie?

Stell dir vor, eine Behörde, ein Krankenhaus oder eine große Stiftung braucht neue Fotos für ihre Broschüren, die Website oder eine Ausstellung. Sie dürfen dieses Geld nicht einfach an jemanden vergeben, den sie gerade sympathisch finden. Gesetze und Regeln sorgen dafür, dass Aufträge fair und transparent verteilt werden. Genau das ist die Aufgabe einer Ausschreibung. Sie ist im Grunde eine öffentliche Aufforderung, ein bestimmtes Projekt zu einem bestimmten Preis anzubieten. Damit soll sichergestellt werden, dass der Auftraggeber das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bekommt und jeder Anbieter die gleichen Chancen hat.

Für dich als Kreativen bedeutet das: Statt auf Empfehlungen zu warten, kannst du aktiv nach Projekten suchen, die perfekt zu deinem Portfolio passen. Es geht darum, dein Können offiziell unter Beweis zu stellen. Die Aufträge können sehr unterschiedlich sein – von der Dokumentation eines Bauvorhabens bis hin zu Image-Porträts von Mitarbeitern. Wenn du dich mit Fotografie-Ausschreibungen für den öffentlichen Sektor beschäftigst, öffnest du dir neue Türen.

Die ersten Schritte: Wo finde ich diese Ausschreibungen?

Der erste große Stolperstein ist oft die Suche. Wo tauchen diese Angebote überhaupt auf? Du musst wissen, wo du suchen musst, denn nicht jede Firma schreibt ihre Aufträge auf ihrer eigenen Webseite aus. Die wichtigsten Anlaufstellen unterscheiden sich danach, wer der Auftraggeber ist.

Staatliche und kommunale Aufträge

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Wenn es um Bundesbehörden, Landesämter oder Kommunen geht, ist die Sache relativ klar geregelt. In Deutschland gibt es zentrale Portale, die für die Veröffentlichung großer Aufträge zuständig sind. Du solltest regelmäßig Plattformen prüfen, die sich speziell auf öffentliche Auftragsvergabe konzentrieren. Für kleinere, regionale Aufträge schauen Kommunen oft auf ihren eigenen Vergabeplattformen nach oder hängen die Information an die schwarze Bretter der Stadtverwaltung (heute oft digitalisiert).

Große Unternehmen und Stiftungen

Auch große Konzerne, Universitäten oder Stiftungen schreiben Aufträge aus, wenn sie einen gewissen Wert überschreiten. Diese Firmen nutzen oft eigene Lieferantenportale oder spezialisierte E-Procurement-Plattformen. Wenn du weißt, dass eine bestimmte Firma immer wieder hochwertige Fotodienstleistungen braucht, recherchiere, ob diese Firma ein Lieferantenportal betreibt. Das ist oft der Schlüssel zu Ausschreibungen für Unternehmensfotografie.

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Netzwerke und Branchenmeldungen

Manchmal erfährst du durch Branchennetzwerke oder Fachmagazine von größeren Projekten, bevor sie offiziell ausgeschrieben werden. Sei aktiv in deiner lokalen Fotografen-Community. Oft sitzen Gleichgesinnte in ähnlichen Situationen und tauschen sich aus, wo gerade interessante Fotografen-Ausschreibungen laufen.

Das Anschreiben und das Angebot: Wie präsentiere ich mich richtig?

Sobald du eine passende Ausschreibung gefunden hast, beginnt die eigentliche Arbeit. Du hast die Leistungsbeschreibung gelesen und weißt, was verlangt wird. Jetzt geht es darum, deine Bewerbung so zu gestalten, dass sie überzeugt.

Die Formalitäten zuerst

Ausschreibungen sind oft ein Wettbewerb, bei dem Formfehler zum Ausschluss führen können. Lies das Anschreiben oder die Vergabeunterlagen dreimal durch. Welche Dokumente müssen eingereicht werden? Brauchst du eine Gewerbeanmeldung, einen Nachweis über deine Haftpflichtversicherung oder Referenzen? Stelle sicher, dass alle geforderten Nachweise vollständig sind. Vergiss nicht die Fristen! Eine Einreichung eine Minute nach Ablauf der Frist ist ungültig.

Wichtige Lektüre

Für einen umfassenden Blick auf Ausschreibungen fotografie, konsultiere diese ausgewählten Quellen.

Dein Angebot: Klarheit schlägt Kreativität (zunächst)

Obwohl es um Fotografie geht, muss dein Angebot erst einmal sachlich und strukturiert sein. Der Auftraggeber muss auf den ersten Blick erkennen, ob du die Anforderungen erfüllst und was es kostet.

  1. Zusammenfassung des Verständnisses: Zeige kurz, dass du die Aufgabenstellung verstanden hast. Ein Satz wie: „Sie benötigen 20 Mitarbeiterporträts im Studio und 10 Reportagebilder aus dem Produktionsalltag, alle in hoher Auflösung und für Web/Print nutzbar.“
  2. Dein Konzept (optional, aber wichtig): Hier zeigst du deine fotografische Handschrift. Erkläre kurz, wie du die Bilder machen wirst (z.B. Lichtsetzung, Bildstil). Wenn es um eine Serie geht, zeige ähnliche Arbeiten aus deinem Portfolio, die genau diesen Stil treffen. Suche nach dem Stichwort Portfolioanforderungen bei Fotografie-Ausschreibungen.
  3. Preisgestaltung: Der Preis muss transparent sein. Viele öffentliche Auftraggeber verlangen eine Aufschlüsselung. Was kostet die reine Bildproduktion? Was kostet die Lizenzierung (Nutzungsrechte)? Was decken die Nebenkosten (Anfahrt, Assistent)? Vermeide vage Pauschalpreise, wenn nach Details gefragt wird.
  4. Zeitplan: Wann lieferst du erste Entwürfe? Wann ist der finale Abgabetermin? Halte dich an die Realität.

Die Preisfrage: Kann ich davon leben?

Einer der größten Zweifel bei Ausschreibungen für freiberufliche Fotografen ist die Preisgestaltung. Oft wird befürchtet, dass die Preise stark gedrückt werden müssen, um den Zuschlag zu erhalten. Das stimmt nur teilweise.

Bei öffentlichen Ausschreibungen zählt nicht nur der Preis. Es wird fast immer ein Bewertungssystem verwendet. Oftmals setzt sich das Ergebnis aus zwei Teilen zusammen: Technische Qualität und Preis. Vielleicht zählt der Preis 50% und die Qualität (Portfolio, Konzept) 50%. Wenn dein Portfolio stark ist und dein Konzept perfekt auf die Anforderungen zugeschnitten ist, kannst du einen etwas höheren Preis anbieten, weil du eine höhere technische Punktzahl erreichst.

Kalkuliere fair. Nimm nicht einfach den Preis, den du einem kleinen lokalen Laden nehmen würdest. Berücksichtige den Verwaltungsaufwand, den eine Ausschreibung mit sich bringt. Deine Zeit für das Erstellen der komplexen Dokumentation musst du ebenfalls in den Preis einrechnen. Wenn du feststellst, dass die geforderte Leistung selbst bei deinen günstigsten Kalkulationen nicht kostendeckend ist, ist es besser, die Finger davon zu lassen. Du bewirbst dich auf einen professionellen Auftrag, nicht auf ein Hobby-Projekt.

Umgang mit Absagen und Fehlversuchen

Es ist wichtig, dass du mental darauf vorbereitet bist, dass du nicht jeden Auftrag gewinnst. Das geht allen so, selbst etablierten Agenturen. Der Wettbewerb ist hoch, und manchmal gewinnt jemand, dessen Stil dem Entscheider einfach näher liegt, auch wenn dein Angebot fachlich einwandfrei war.

Wenn du eine Absage erhältst, ist das kein Weltuntergang. Es ist eine Lernerfahrung. Viele Vergabestellen sind verpflichtet, dir nach Abschluss des Verfahrens Auskunft darüber zu geben, warum dein Angebot nicht ausgewählt wurde. Nutze diese Chance! Frage höflich nach, welche Punkte in deinem Angebot oder Portfolio verbessert werden könnten. Diese Rückmeldungen sind Gold wert für deine nächste Bewerbung um fotografische Dienstleistungen im öffentlichen Bereich.

Manchmal liegt es an Details, die du leicht ändern kannst. Vielleicht war die Dokumentation deiner Berufshaftpflichtversicherung nicht aktuell genug, oder dein Konzept hätte spezifischer auf die Werte des Auftraggebers eingehen müssen. Jede Bewerbung, die du einreichst, schärft dein Profil für die nächste Runde.

Häufige Fragen

Muss ich für öffentliche Ausschreibungen ein Riesenfirma sein?
Nein, auf keinen Fall. Viele Ausschreibungen sind bewusst so formuliert, dass sie auch von Einzelkämpfern oder kleinen Studios bearbeitet werden können. Achte auf die Größe des Auftrags und die Vergabeschwelle. Kleinere Aufträge werden oft lockerer vergeben. Es ist wichtig, dass du alle geforderten Nachweise deiner Solvenz und Qualifikation erbringen kannst, aber eine riesige Infrastruktur brauchst du meist nicht.
Wie lange dauert der ganze Prozess von der Suche bis zum Auftrag?
Das variiert stark. Eine einfache Ausschreibung kann innerhalb von vier bis sechs Wochen abgewickelt sein, wenn die Fristen kurz sind. Größere, komplexere Projekte, besonders im öffentlichen Sektor, können sich über zwei bis vier Monate ziehen. Das liegt an den gesetzlich vorgeschriebenen Wartefristen zwischen Bekanntgabe und Zuschlagserteilung. Plane immer Puffer ein und starte die Suche frühzeitig für dein nächstes Geschäftsjahr.
Sind die Honorare bei Ausschreibungen immer niedrig angesetzt?
Nicht zwangsläufig. Bei schlecht formulierten Ausschreibungen oder wenn der Fokus stark auf den niedrigsten Preis gelegt wird, können die Honorare unattraktiv sein. Gute öffentliche Auftraggeber bewerten jedoch oft nach Qualität und Preis gemischt, was faire Preise ermöglicht. Wenn du einen klaren Mehrwert durch deine Expertise und dein spezifisches Portfolio bietest, kannst du einen angemessenen Preis verlangen und trotzdem den Zuschlag erhalten.
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