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Seit wann gibt es fotografie

Veröffentlicht 1. November 2025

Seit wann gibt es fotografie

Du stehst vielleicht vor einem alten Fotoalbum, siehst eine beeindruckende historische Aufnahme oder beschäftigst dich einfach nur mit der Frage: Wann genau hat dieses faszinierende Medium, die Fotografie, eigentlich angefangen? Es ist eine spannende Reise, die viel weiter zurückreicht, als du vielleicht denkst. Die Antwort ist nicht nur ein einzelnes Datum. Sie ist eher eine Kette von Entdeckungen, Experimenten und natürlich auch ein bisschen Geduld. Lass uns gemeinsam herausfinden, seit wann es Fotografie wirklich gibt und welche Schritte nötig waren, bis du heute dein Smartphone zücken und sofort Bilder speichern kannst.

Die langen Schatten der Vorgeschichte: Bevor es Bilder gab

Bevor jemand ein Foto im heutigen Sinne machen konnte, musste erst einmal die Grundlage geschaffen werden: Licht auf eine Fläche zu bannen. Stell dir vor, du sitzt in einem dunklen Raum und durch ein winziges Loch fällt ein Lichtstrahl herein, der die Szene draußen auf die gegenüberliegende Wand projiziert. Genau das ist das Prinzip der sogenannten Camera Obscura, der „dunklen Kammer“.

Dieses Phänomen kennen Menschen schon seit der Antike. Es ist keine Erfindung des 19. Jahrhunderts, sondern eine Beobachtung der Optik. Künstler nutzten die Camera Obscura jahrhundertelang als Zeichenhilfe. Sie konnten die Proportionen von Landschaften oder Porträts sehr genau übertragen. Das Problem dabei: Man hatte nur eine Projektion, aber keine Möglichkeit, dieses Bild dauerhaft festzuhalten. Du würdest ja auch nicht nur eine Zeichnung von deinem Essen machen, wenn du es später noch einmal schmecken möchtest, oder?

Die Frage „Seit wann gibt es Fotografie?“ muss also geteilt werden: Seit wann gibt es die Idee des Bildes und seit wann gibt es die Chemie, die dieses Bild konserviert?

Die chemische Suche nach der Fixierung

Der nächste große Schritt war die Chemie. Man wusste schon lange, dass bestimmte Substanzen, vor allem Silberverbindungen, auf Licht reagieren und sich verfärben. Das ist derselbe Effekt, den du beobachtest, wenn du altes Zeitungspapier ansiehst, das lange in der Sonne lag – es wird gelb und brüchig. Diese Substanzen sind lichtempfindlich.

Die Herausforderung bestand darin, ein Bild zu erzeugen und es dann zu „fixieren“. Wenn du ein lichtempfindliches Papier für einige Zeit dem Licht aussetzt, wird es dunkel. Wenn du es dann aber wegnimmst und es trotzdem dunkel wird, hast du kein haltbares Bild. Du brauchst einen Stoff, der die Reaktion stoppt und das Bild dauerhaft macht. Das war der Schlüssel, den viele Forscher im 18. Jahrhundert suchten. Mehr über spannende Themen rund um die Fotografie findest du unter Inspiration für dein nächstes Bild.

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Der eigentliche Startschuss: Die ersten fotografischen Verfahren

Wenn du wissen möchtest, wann die eigentliche Fotografie beginnt, müssen wir uns auf das frühe 19. Jahrhundert konzentrieren. Hier kommen die ersten Pioniere ins Spiel, die es schafften, die Camera Obscura mit lichtempfindlichen Materialien zu kombinieren und das Ergebnis zu fixieren.

Das älteste erhaltene Foto (ca. 1826)

Der oft genannte Geburtsmoment der Fotografie ist das Jahr 1826 oder 1827. Ein Erfinder nutzte eine Camera Obscura und beschichtete eine Zinnplatte mit einer speziellen Bitumen-Asphalt-Mischung. Bitumen härtet aus, wenn es Licht ausgesetzt wird. Das nennt man Heliografie, also „Sonnenzeichnung“. Wer sich für weitere inspirierende Gedanken rund um die Kunst des Fotografierens interessiert, findet hier passende Fotografie-Zitate.

Dieses erste brauchbare und erhaltene Foto zeigt eine Aussicht aus dem Fenster des Erfinders. Es ist unscharf, hat lange Belichtungszeiten von vielen Stunden hinter sich und sieht eher wie eine vage Zeichnung aus. Es ist der Beweis, dass es funktionierte. Wenn dich also jemand fragt, wann die Fotografie begann, kannst du sagen: Die älteste erhaltene Aufnahme stammt aus den späten 1820er Jahren.

Das erste kommerziell erfolgreiche Verfahren: Das Daguerreotypie-Verfahren

Das Bild von 1826 war ein Einzelstück, das kaum reproduzierbar war. Die Fotografie musste schneller und einfacher werden, um populär zu werden. Hier kommt der Durchbruch von 1839.

Ein anderer Pionier entwickelte das Daguerreotypie-Verfahren. Das war ein echter Meilenstein. Diese Bilder entstanden auf versilberten Kupferplatten. Die Belichtungszeiten sanken von Stunden auf Minuten – das war ein riesiger Fortschritt, denn jetzt konnte man zumindest Porträts machen, ohne dass das Modell ständig einschlafen musste.

1839 machte die französische Regierung dieses Verfahren öffentlich und schenkte es der Welt. Deshalb wird das Jahr 1839 oft als das offizielle Geburtsjahr der praktischen Fotografie genannt. Plötzlich konnte man sein eigenes Abbild oder das seines Hauses wirklich festhalten. Du kannst dir vorstellen, welche Aufregung das ausgelöst hat! Vorher gab es nur gemalte Porträts, die teuer und selten waren.

Der Weg zur praktischen Fotografie, wie du sie kennst

Die Daguerreotypie hatte einen großen Nachteil: Sie erzeugte ein Unikat. Du konntest keine Kopien machen. Das war wie beim ersten Computer – er funktionierte, aber er war sperrig und man konnte die Ergebnisse nicht einfach weitergeben.

Der Weg zur Negativ-Positiv-Methode

Der nächste große Schritt, der die Fotografie demokratisierte, war die Erfindung des Negativs. Hier kommt ein englischer Erfinder ins Spiel, der erkannte, dass man ein durchscheinendes Negativ erstellen musste. Auf dieses Negativ konnte man dann beliebig viele positive Abzüge machen.

Diese Methode kam um 1841 auf und setzte sich durch. Stell es dir wie eine Schablone vor: Einmal gemacht, kannst du damit unzählige identische Bilder drucken. Dieses Prinzip – Negativ erstellen, Positiv drucken – ist die Grundlage der analogen Fotografie bis in die Zeit des Rollfilms.

Die Vereinfachung für jedermann

Du fragst dich vielleicht, wann die Fotografie so einfach wurde, dass jeder sie nutzen konnte? Das dauerte noch einige Jahrzehnte.

Zuerst waren die Chemikalien gefährlich und die Ausrüstung kompliziert. Du brauchtest ein eigenes kleines Labor, um deine Platten zu präparieren und zu entwickeln. Erst Ende des 19. Jahrhunderts gab es trockene, gebrauchsfertige Glasplatten und später den Rollfilm.

Ein berühmter Hersteller brachte um 1888 eine Boxkamera auf den Markt, die mit einem Rollfilm für hundert Aufnahmen geladen war. Der Slogan war revolutionär: „You press the button, we do the rest.“ – Du drückst den Knopf, wir erledigen den Rest. Das war der Moment, in dem die Fotografie wirklich massentauglich wurde und nicht mehr nur ein Hobby für Wissenschaftler und wohlhabende Amateure war.

Zusammenfassung der Zeitpunkte: Seit wann gibt es Fotografie?

Wenn du eine klare Antwort für dich brauchst, wann die Fotografie begann, hilft dir diese Übersicht:

Es ist also keine einmalige Erfindung, sondern eine Entwicklung. Vom ersten, stundenlang belichteten Fleck auf einer Platte bis zu den Sekundenbruchteilen, die deine moderne Kamera einfängt, hat es fast hundert Jahre gedauert. Dein Smartphone von heute ist das Ergebnis dieser langen, geduldigen Arbeit vieler Menschen, die Bilder festhalten wollten.

Häufige Fragen

Wann gab es die erste farbfotografie?
Die ersten Experimente mit Farbfotografie fanden schon im 19. Jahrhundert statt, aber sie waren extrem kompliziert und aufwendig. Die erste wirklich praktikable und erfolgreiche Farbfotografie, die man heute kennt, kam erst Anfang des 20. Jahrhunderts auf den Markt. Vorher waren die Farben oft nicht haltbar oder die Aufnahme dauerte Tage.
Ist die fotografie älter als das radio?
Ja, die Fotografie ist deutlich älter als das Radio. Während die ersten haltbaren Bilder in den 1820er Jahren entstanden, wurde das Radio erst viel später durch bahnbrechende Entdeckungen im Bereich der Elektromagnetik populär. Die ersten öffentlichen Radiosendungen gab es erst um 1920.
Was war der unterschied zwischen daguerreotypie und kalotypie?
Der Hauptunterschied liegt in der Technik und der Reproduzierbarkeit. Die Daguerreotypie erzeugte ein einzigartiges, hochdetailliertes Positiv auf einer Metallplatte, das man nicht kopieren konnte. Die Kalotypie (das Negativ-Positiv-Verfahren) nutzte Papiernegative, auf denen man beliebig viele Abzüge herstellen konnte, auch wenn die anfängliche Bildqualität geringer war.
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