Du stehst vor deinem Auto, die Sonne steht perfekt, und du denkst: „Das muss ich festhalten!“ Du holst deine Kamera heraus, drückst auf den Auslöser, und was kommt dabei heraus? Oft sind es Bilder, die entweder zu dunkel, zu hell oder einfach nicht so scharf sind, wie du es dir erhofft hast. Keine Sorge, das kennen fast alle, die mit der Automobilfotografie beginnen. Es geht nicht nur um teures Equipment. Es geht vor allem darum, die richtigen Kamera einstellungen für auto fotografie zu finden. Lass uns gemeinsam diese Einstellungen Schritt für Schritt durchgehen, damit deine nächsten Bilder wirklich knallen.
Grundlagen: Dein Weg zur Kontrolle
Viele Einsteiger bleiben im Automatikmodus hängen. Das ist bequem, aber es nimmt dir die Kontrolle. Stell dir vor, du fährst ein Auto und lässt die Elektronik alles entscheiden. Das macht Spaß, aber wenn du wirklich beeindruckende Ergebnisse willst, musst du selbst ans Steuer. Bei deiner Kamera bedeutet das: Wechsel in den Manuellen Modus (M) oder zumindest in den Zeit- oder Blendenprioritätsmodus. Diese Modi geben dir die Macht über die drei wichtigsten Einstellungen: Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert.
Die Blende: Kontrolle über Schärfe und Tiefe
Die Blende ist wie die Pupille deines Auges. Sie bestimmt, wie viel Licht auf den Sensor fällt. Aber sie steuert noch etwas Wichtiges: die Tiefenschärfe. Das ist der Bereich im Bild, der scharf dargestellt wird.
Wenn du eine niedrige Blendenzahl wählst (zum Beispiel f/2.8 oder f/4), ist die Blende weit offen. Das lässt viel Licht herein und erzeugt eine geringe Tiefenschärfe. Das heißt, dein Auto ist super scharf, aber der Hintergrund verschwimmt schön. Das ist ideal für Porträts deines Autos, wenn du den Fokus komplett auf die Karosserie legen willst.
Brauchst du eine höhere Schärfentiefe – zum Beispiel, wenn du eine ganze Reihe von Autos fotografierst oder die Umgebung wichtig ist – wählst du eine höhere Blendenzahl (z.B. f/8 oder f/11). Das sorgt dafür, dass mehr vom Bild scharf ist. Für die meisten klassischen Autoaufnahmen im Studio oder auf einem Parkplatz ist ein Wert zwischen f/5.6 und f/8 ein guter Startpunkt.
Verschlusszeit: Bewegungen einfrieren oder verschwimmen lassen
Die Verschlusszeit bestimmt, wie lange der Sensor dem Licht ausgesetzt ist. Das ist entscheidend, wenn Bewegung im Spiel ist. Das ist einer der schwierigsten Punkte bei den kamera einstellungen für auto fotografie.
Wenn du das Auto im Stand fotografierst, ist die Verschlusszeit weniger kritisch, solange deine Kamera stabil steht. 1/100 Sekunde reicht oft aus, um Verwacklungen zu vermeiden.
Jetzt wird es spannend: die Mitzieher-Aufnahme. Du willst, dass das Auto scharf ist, aber die Räder und der Hintergrund zeigen Bewegung. Dafür brauchst du eine relativ lange Verschlusszeit, zum Beispiel 1/30 Sekunde oder sogar 1/15 Sekunde. Du musst die Kamera synchron mit der Geschwindigkeit des Autos bewegen. Das erfordert Übung. Dein Ziel ist es, die Bewegung des Autos einzufangen, ohne dass das Auto selbst unscharf wird. Fang lieber mit einer schnelleren Zeit an (z.B. 1/60s) und werde langsamer, wenn du mehr Erfahrung mit dem Mitziehen hast.
VIDEO: Hoe maak je betere autofoto’s? (6 eenvoudige tips voor autofotografie)
Weitere Lektüre
Für mehr Einblick in Kameraeinstellungen für Autofotografie: Tipps & Tricks, sieh dir diese praktischen Links an.
ISO-Wert: Die Lichtempfindlichkeit

Der ISO-Wert ist dein Ass im Ärmel für dunkle Situationen. Er macht den Sensor empfindlicher für Licht. Der Haken daran: Ein zu hoher ISO-Wert erzeugt Bildrauschen, das sind diese kleinen, störenden Körnchen im Bild.
Wenn du draußen bei Tageslicht fotografierst, halte den ISO-Wert so niedrig wie möglich – idealerweise ISO 100 oder ISO 200. Das gibt dir die saubersten und detailreichsten Bilder. Nur wenn du in eine Tiefgarage fährst oder es Abend wird, erhöhst du ihn schrittweise auf ISO 400 oder 800, je nach Kamera und Lichtsituation.
Praktische Szenarien und die richtigen Einstellungen
Theorie ist gut, aber wie sieht es in der Praxis aus? Hier sind einige typische Situationen, in denen du deine Kamera einstellungen für auto fotografie anpassen musst.
Statische Aufnahmen bei Sonnenschein
Das ist der Klassiker: Du stellst das Auto auf eine schöne Wiese oder eine leere Straße. Du willst maximale Schärfe und Detailtreue.
- Modus: Blendenpriorität (A oder Av)
- Blende: f/8 bis f/11 (für gute Schärfe über das ganze Fahrzeug)
- ISO: 100 (für die beste Bildqualität)
- Verschlusszeit: Die Kamera wählt sie automatisch. Sie wird wahrscheinlich schnell genug sein (z.B. 1/250s), da genug Licht da ist.
Dynamische Mitzieher-Aufnahmen (Panning)
Hier geht es um Geschwindigkeit und Dynamik. Du willst den Eindruck von hoher Geschwindigkeit vermitteln.
- Modus: Zeitpriorität (S oder Tv) oder Manuell (M)
- Verschlusszeit: Beginne mit 1/60 Sekunde. Wenn das Auto sehr schnell fährt, musst du eventuell auf 1/80s gehen. Wenn es langsam fährt, versuche 1/30s.
- Blende: Passe sie an, damit die Belichtung stimmt. Oft musst du die Blende weiter öffnen (niedrigere Zahl), weil die Verschlusszeit so langsam ist.
- ISO: Halte es niedrig (100 oder 200), falls die Lichtverhältnisse es zulassen.
- Fokusmodus: Nutze den kontinuierlichen Autofokus (AF-C oder AI Servo). Die Kamera muss das Auto dauerhaft verfolgen können.
Aufnahmen bei Nacht oder in der Garage (Langzeitbelichtung)
Wenn das Licht fehlt, brauchst du lange Belichtungszeiten und Stabilität. Deine Kamera muss absolut stillstehen.
- Stativ: Unverzichtbar. Ohne Stativ wird es unmöglich.
- Modus: Manuell (M)
- ISO: So niedrig wie möglich (100 oder 200).
- Verschlusszeit: Starte bei 2 bis 5 Sekunden. Je länger, desto mehr Licht fängst du ein, aber desto mehr bewegte Objekte (wie vorbeifahrende Lichter) werden zu Streifen.
- Blende: Mittel bis leicht geschlossen, z.B. f/5.6 oder f/8.
Detailaufnahmen und Lackreflexionen
Manchmal willst du nur die Felgen, die Scheinwerfer oder die Sicke in der Tür hervorheben. Hier ist die Blende dein wichtigstes Werkzeug.
- Modus: Blendenpriorität (A oder Av)
- Blende: Eine niedrigere Zahl (z.B. f/2.8 oder f/4) isoliert das Detail perfekt vom Hintergrund.
- ISO: 100
Der Fokus: Scharf, wo es sein soll
Die besten Kamera einstellungen für auto fotografie nützen nichts, wenn der Fokus daneben liegt. Bei Autos ist der Fokuspunkt kritisch. Wo soll das Auge des Betrachters zuerst hin?
Beim statischen Auto fokussiere ich meist auf das Scheinwerfer- oder Emblem-Detail an der Front, das dem Betrachter am nächsten ist. Aktiviere den manuellen Fokus (MF), wenn du sehr nah dran bist, um sicherzustellen, dass die Kamera nicht auf eine glänzende Reflexion springt statt auf die Karosserie.
Wenn du einen Freund hast, der dir hilft, bitte ihn, genau an der Stelle zu stehen, die du scharf haben willst, und nutze den einzelnen Messpunkt-Fokus (Single Point AF). Wenn du den Punkt auf das Logo gesetzt hast, halte den Auslöser halb gedrückt, richte neu aus (falls nötig) und drücke dann ganz durch.
Der Weißabgleich: Farben, die stimmen
Der automatische Weißabgleich (AWB) ist gut, aber nicht perfekt. Wenn du in der Dämmerung fotografierst, tendieren deine Bilder oft zu blauen oder zu gelben Farbstichen.
Wenn du im RAW-Format fotografierst (was ich dringend empfehle, weil es dir mehr Spielraum bei der Nachbearbeitung gibt), kannst du den Weißabgleich später einfach ändern. Aber wenn du direkt ein JPEG speichern willst, wähle die passende Einstellung:
- Sonnig: Tageslicht-Symbol
- Bewölkt: Wolkensymbol (macht das Bild wärmer)
- Kunstlicht/Garage: Glühbirnensymbol
Du kannst auch eine Kelvin-Einstellung nutzen, wenn deine Kamera das bietet. Kältere Farben (blau) liegen zwischen 3000K und 5000K. Wärmere Farben (gelb/orange) liegen zwischen 5500K und 7000K. Experimentiere damit, um die perfekte Lichtstimmung für deinen Lack zu treffen.



