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Onlineshop fotografie

Veröffentlicht 12. November 2025

Onlineshop fotografie

Du stehst vor deinem Onlineshop und schaust auf die Bilder deiner Produkte. Sie sehen irgendwie… flach aus? Oder vielleicht hast du schon viel Zeit in die Fotos investiert, aber die Verkaufszahlen steigen einfach nicht? Das kenne ich. Die Produktfotografie für deinen Onlineshop ist oft der erste und wichtigste Kontaktpunkt mit deinen Kunden. Sie entscheidet, ob jemand weiterklickt oder abspringt. Keine Sorge, du musst kein Meisterfotograf sein, um tolle Bilder zu machen. Es geht darum, die richtigen Grundlagen zu verstehen und ein paar einfache, aber wirkungsvolle Techniken anzuwenden. Lass uns gemeinsam schauen, wie du deine Produktbilder auf das nächste Level hebst, damit deine Artikel im digitalen Schaufenster wirklich strahlen.

Warum gute Produktfotos für deinen Onlineshop so entscheidend sind

Stell dir vor, du kaufst im Laden ein neues Paar Schuhe. Du nimmst sie in die Hand, fühlst das Material, drehst sie im Licht. Im Internet fehlt dieser haptische Eindruck komplett. Deine Fotos müssen diese fehlenden Sinne ersetzen. Sie müssen Vertrauen aufbauen. Wenn deine Produktfotografie amateurhaft wirkt, denken Kunden unbewusst: „Wenn die Fotos schon nicht professionell sind, wie sieht es dann mit der Qualität des Produkts oder dem Service aus?“

Gerade wenn du kleine oder mittelständische Produkte verkaufst, ist die Bildqualität dein wichtigstes Verkaufsargument. Kunden möchten sehen, was sie kaufen. Sie wollen Details erkennen können, zum Beispiel die Textur eines Stoffes oder die feine Gravur eines Schmuckstücks. Schlechte Beleuchtung oder unscharfe Bilder führen direkt zu Kaufabbrüchen und unnötig hohen Retourenquoten, weil das Produkt in Wirklichkeit anders aussah, als es auf dem Bild vermittelt wurde. Ziel der perfekten Onlineshop Fotografie ist es, die Realität so gut und ehrlich wie möglich abzubilden und gleichzeitig attraktiv zu präsentieren.

Die drei Säulen der erfolgreichen Produktfotografie

Egal, ob du einfache T-Shirts oder komplexe technische Geräte verkaufst, diese drei Bereiche bestimmen den Erfolg deiner Bilder:

Licht meistern – Der Schlüssel zur professionellen Wirkung

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Das ist oft der Punkt, der die größten Unsicherheiten auslöst. Die meisten denken sofort an teure Studioblitze. Das brauchst du aber am Anfang nicht zwingend. Das wichtigste bei der Onlineshop Fotografie für Anfänger ist die Kontrolle über das Licht.

Natürliches Licht nutzen – Die sanfte Option

Tageslicht ist dein bester Freund, wenn du gerade erst startest. Aber aufgepasst: Direktes Sonnenlicht ist oft zu hart. Es wirft harte Schatten, die Details verschlucken. Du kennst das vom Sommernachmittag, wenn die Sonne direkt auf etwas scheint – da gibt es tiefe, schwarze Schatten.

Tipp für den Start: Suche dir ein Fenster, das nicht direkt nach Süden ausgerichtet ist. Wenn die Sonne scheint, hänge ein dünnes, weißes Betttuch oder einen Vorhang davor. Dieses Material wirkt wie ein riesiger, weicher Lichtformer. Es bricht das harte Licht und verteilt es gleichmäßig über dein Produkt. Das ist ideal für Schmuck, Kleidung oder Keramik.

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Wenn Tageslicht nicht reicht: Künstliche Beleuchtung leicht gemacht

Gerade im Herbst oder Winter brauchst du eine Alternative. Hier kommt das Thema „Aufnahmezelt“ oder „Lichtbox“ ins Spiel. Das sind kleine Würfel, die innen weiß sind und von außen beleuchtet werden. Sie sorgen für eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung und eliminieren fast alle störenden Schatten. Das ist perfekt für kleine Artikel wie Kosmetik oder Elektronikzubehör.

Wenn du größere Gegenstände fotografierst, nutze zwei einfache, aber starke Lampen. Platziere eine Lampe leicht links schräg von vorne und die zweite Lampe etwas weiter hinten links oder rechts. Das nennt man Zwei-Punkt-Beleuchtung. Das erzeugt eine angenehme Tiefe, ohne dass das Produkt flach wirkt. Denke daran: Dein Ziel ist es, die Form des Produkts sichtbar zu machen.

Der perfekte Hintergrund für deinen Onlineshop

Der Hintergrund darf niemals mit dem Produkt konkurrieren. Im E-Commerce gibt es zwei Hauptansätze für die Produktpräsentation im Webshop.

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Der weiße, neutrale Hintergrund

Das ist der Klassiker und oft die Vorgabe von Marktplätzen wie Amazon oder eBay. Hier zählt nur das Produkt. Der Hintergrund muss reinweiß sein (RGB-Wert 255, 255, 255). Das erreichst du am besten, indem du einen großen weißen Bogen Papier oder Stoff hinter dein Produkt legst und diesen Bogen sanft nach unten ziehen lässt (eine sogenannte „Infinity-Kurve“).

Wenn du mit Tageslicht arbeitest, brauchst du viel Licht, um das Weiß wirklich rein zu bekommen. Fotografiere das Produkt, aber belichte das Bild so, dass der Hintergrund weiß wird, nicht das Produkt. Die Kamera muss quasi „überbelichten“, damit das Weiß nicht grau erscheint. Das kannst du später leicht korrigieren.

Der Lifestyle-Hintergrund für Storytelling

Hier zeigst du das Produkt in Aktion. Wenn du handgemachte Seifen verkaufst, fotografiere sie auf einem schönen Holzbrett mit etwas frischem Lavendel. Wenn du Rucksäcke anbietest, zeige ihn draußen in der Natur. Dieser Stil ist ideal für deine eigene Shop-Homepage, für Social Media oder für die zweite oder dritte Bildergalerie in deinem Shop.

Achte hier darauf, dass der Hintergrund dem Produkt eine Geschichte erzählt, aber nicht dominiert. Das Produkt muss immer der Star sein. Das Auge des Betrachters muss direkt zum Artikel wandern können.

Kameraeinstellungen und Technik für scharfe Bilder

Du musst nicht sofort in eine Vollformatkamera investieren. Moderne Smartphone-Kameras sind für den Anfang oft schon sehr leistungsfähig, wenn du die Grundlagen beachtest. Wenn du eine richtige Kamera nutzt, achte auf diese drei Einstellungen:

ISO-Wert niedrig halten

Der ISO-Wert bestimmt die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Halte diesen Wert so niedrig wie möglich (am besten 100 oder 200). Hohe ISO-Werte erzeugen Bildrauschen, also diese unschönen, körnigen Flecken, die besonders in dunklen Bereichen auffallen. Da du mit guter Beleuchtung arbeiten solltest, kannst du den ISO niedrig halten und damit gestochen scharfe Bilder erzielen.

Blende für die Schärfentiefe

Die Blende (oft f/Zahl genannt) steuert, wie viel von deinem Bild scharf ist. Für die meisten Produktfotos möchtest du eine große Schärfentiefe. Das heißt, das ganze Produkt soll von vorne bis hinten scharf sein. Wähle dafür eine hohe Blendenzahl, zum Beispiel f/8 bis f/11. Das stellt sicher, dass auch die Details im Hintergrund oder an den Rändern klar erkennbar sind. Das ist wichtig für die Glaubwürdigkeit deiner Produktfotografie für E-Commerce.

Stativ ist Pflicht

Sobald du die Blende auf f/11 stellst und den ISO niedrig hältst, brauchst du mehr Zeit, damit das Licht auf den Sensor fällt (längere Verschlusszeit). Mit der Hand würdest du das Bild verwackeln. Ein einfaches, stabiles Stativ löst dieses Problem sofort. Es hält deine Kamera perfekt ruhig und sorgt für die nötige Schärfe.

Die Präsentation: Mehr als nur ein Foto

Ein guter Onlineshop braucht nicht nur ein Bild, sondern eine ganze Serie. Kunden möchten das Produkt aus verschiedenen Blickwinkeln sehen. Überlege dir: Welche Fragen hätte ich selbst beim Kauf?

  1. Das Hauptbild (Hero Shot): Das Produkt frontal und perfekt ausgeleuchtet, oft freigestellt auf weißem Grund. Das ist das Vorschaubild.
  2. Detailansichten: Zeige die wichtigen Merkmale. Bei einer Tasche: den Reißverschluss, das Innenfutter, die Nähte.
  3. Maßstab und Größe: Wenn du Kleidung verkaufst, zeige sie an einem Model oder einer Puppe. Bei Vasen oder Tassen: Stelle sie neben eine bekannte Referenz wie eine Hand oder eine Münze, damit die Größe klar wird.
  4. Funktionsbild: Zeige, wie das Produkt benutzt wird. Ein Trinkbecher, der gerade benutzt wird, oder eine Lampe, die eingeschaltet ist.

Denke daran, dass die Bildgröße und das Dateiformat wichtig für die Ladezeit deines Shops sind. Große, unkomprimierte Bilder bremsen deinen Shop aus. Komprimiere deine Bilder für das Web (meistens als JPEG), ohne dass die Qualität sichtbar leidet. Online-Tools helfen dir dabei, deine Produktbilder für schnelles Laden im Onlineshop zu optimieren.

Nachbearbeitung: Kleine Korrekturen mit großer Wirkung

Selbst das beste Foto braucht eine leichte Nachbearbeitung. Das ist kein Betrug, sondern das „Fertigstellen“ des Bildes, so wie ein Bäcker das Brot aus dem Ofen nimmt und es schön anrichtet.

Was du korrigieren solltest:

Für den Einstieg reichen oft Programme wie GIMP (kostenlos) oder die Basisversionen von Adobe Lightroom. Das Wichtigste: Verändere die Farben nicht extrem. Kunden erwarten das Produkt, das sie auf dem Foto sehen, auch in der Realität. Authentizität geht immer vor überzogener Schönheit.

Häufige Fragen

Wie viel kostet eine gute Kamera für Produktfotos?
Du brauchst keine teure Profikamera, um passable Ergebnisse zu erzielen. Viele aktuelle Smartphones mit guter Linse und viel Tageslicht ergeben schon sehr gute Vorschaubilder. Wenn du mehr Kontrolle willst, reicht eine gebrauchte Systemkamera mit einem einfachen Festbrennweitenobjektiv (zum Beispiel 50mm) völlig aus. Konzentriere dich lieber auf eine gute Beleuchtung als auf das teuerste Gehäuse.
Wie groß sollen die Bilder für meinen Onlineshop sein?
Die genauen Maße hängen von deinem Shopsystem ab, aber als Faustregel gilt: Das Hauptbild sollte eine Kantenlänge von mindestens 1200 Pixeln haben, damit es auf Retina-Displays gut aussieht und Kunden zoomen können. Achte aber darauf, dass die Datei nach der Komprimierung nicht größer als 200 Kilobyte (KB) ist, um die Ladezeiten kurz zu halten. Das ist der beste Kompromiss zwischen Qualität und Geschwindigkeit.
Muss ich meine Produkte freistellen (Hintergrund entfernen)?
Wenn du auf großen Plattformen verkaufst, ist das oft Pflicht, weil es ein einheitliches Erscheinungsbild schafft. Aber auch auf deiner eigenen Seite ist das professionell. Beim Freistellen trennst du das Produkt sauber vom Hintergrund. Das kannst du selbst lernen oder einen Dienstleister beauftragen, wenn du viele Artikel hast. Für den Anfang kannst du einfache Freistellungen mit Maskierungswerkzeugen in Bildbearbeitungsprogrammen üben.
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