Du stehst vor der Aufgabe, ein neues professionelles Foto von dir machen zu lassen. Vielleicht brauchst du es für LinkedIn, deine Firmenwebsite oder deine Bewerbungsunterlagen. Sofort tauchen Fragen auf: Was ziehe ich an? Wie lächle ich richtig? Und vor allem: Was macht eigentlich einen guten Business-Headshot aus? Keine Sorge, diese Unsicherheit kennen fast alle. Es geht beim Thema professionelle Headshot fotografie nicht nur um Technik, sondern ganz stark um dich und darum, wie du auf anderen wirkst. Lass uns das ganz ruhig und Schritt für Schritt durchgehen, damit du am Ende ein Foto hast, das dich wirklich gut repräsentiert.
Was ist der Unterschied zwischen einem Porträt und einem Headshot?
Oft werden die Begriffe Porträt und Headshot vermischt. Technisch gesehen gibt es feine, aber wichtige Unterschiede, gerade wenn du den Headshot für berufliche Zwecke nutzt. Ein klassisches Porträt ist oft künstlerischer, kann weiter geschnitten sein und mehr von deiner Persönlichkeit zeigen. Ein Headshot hingegen ist zielgerichteter.
Ein guter Business Headshot hat immer einen klaren Zweck: Er soll schnell vermitteln, wer du bist und was du tust. Er konzentriert sich auf dein Gesicht und deine obere Brustpartie. Denk daran: Dein potenzieller Kunde, Arbeitgeber oder Partner sieht dieses Bild zuerst, bevor er deine Texte liest.
Die drei Kernmerkmale eines starken Headshots
Wenn du nach einem Fotografen für deine professionelle Headshot fotografie suchst, achte darauf, dass diese drei Punkte erfüllt sind:
- Klarheit: Das Gesicht ist gut beleuchtet und scharf. Man erkennt deine Mimik deutlich.
- Augenkontakt: Deine Augen schauen direkt in die Kamera. Das schafft sofort Vertrauen.
- Natürlichkeit: Du wirkst authentisch, nicht übermäßig gestellt oder angestrengt.
Die Vorbereitung: Bevor der Auslöser klickt
Die beste Ausrüstung hilft nichts, wenn du dich vor der Kamera unwohl fühlst. Die Vorbereitung ist daher der wichtigste Teil der Headshot session. Nimm dir hierfür Zeit.
Kleidung: Weniger ist oft mehr

Die Kleiderwahl beeinflusst, wie dein Foto später wirkt. Geh es praktisch an. Überlege, was du im Joballtag trägst. Du musst nicht im Anzug vor der Kamera stehen, wenn du im kreativen Bereich arbeitest.
Hier sind ein paar Tipps zur Kleiderwahl:
- Wähle Kleidungsstücke, die gut sitzen und nicht knittern.
- Vermeide grelle Muster oder zu kleine, auffällige Logos. Diese lenken vom Gesicht ab.
- Denke an neutrale Farben. Dunkles Blau, Grau oder dezente Töne funktionieren fast immer gut und lassen dein Gesicht leuchten.
- Bringe lieber zwei bis drei Outfit-Optionen mit. Manchmal wirkt ein Business-Hemd toll, manchmal lieber ein schlichter Pullover.
Haare und Make-up: Authentisch bleiben
Gerade beim Thema Make-up gibt es oft Unsicherheit. Die goldene Regel lautet: Dein Look sollte dein normales, gepflegtes Aussehen sein, nur leicht optimiert für die Kamera.
Die Kamera verstärkt alles. Ein wenig Abdeckstift für kleine Unreinheiten ist sinnvoll. Wenn du Make-up trägst, achte darauf, dass es nicht zu glänzend wirkt (Stichwort: Lichtreflexe). Mattierende Produkte sind hier dein Freund. Wenn du unsicher bist, lass dein Make-up von jemandem machen, der Erfahrung mit Fotografie hat. Das ist eine sinnvolle Investition in deine professionelle Bewerbungsfotografie.
Die richtige Körpersprache und Mimik vor der Kamera
Jetzt wird es persönlich. Das schwierigste für viele Menschen ist das Lächeln. Du kennst das Gefühl: Du weißt, du sollst lächeln, und prompt sieht es gezwungen aus.
Das „echte“ Lächeln finden
Ein erzwungenes Lächeln sendet Signale von Unbehagen aus. Du willst aber Offenheit zeigen. Wie erreichst du das?
- Denke an etwas Schönes: Bevor der Fotograf abdrückt, erinnere dich an einen Moment, der dich wirklich zum Lächeln gebracht hat. Eine lustige Anekdote, ein Erfolgserlebnis.
- Entspanne deinen Kiefer: Ein angespannter Kiefer macht dein Lächeln hart. Lass die Schultern fallen. Das spürst du sofort in deinem Gesicht.
- Der „Mundwinkel-Trick“: Wenn du nur leicht lächeln sollst, versuche, die Mundwinkel sanft nach oben zu ziehen, ohne die Zähne zu zeigen. Stell dir vor, du freust dich über eine gute Nachricht.
Körperhaltung: Wie stehe oder sitze ich?
Auch wenn es nur ein Headshot ist, zählt die Haltung. Stehe nicht frontal zur Kamera. Drehe deinen Körper leicht seitlich (etwa 45 Grad). Dein Kopf dreht sich dann sanft zur Kamera zurück. Diese leichte Drehung lässt dich dynamischer und schlanker wirken.
Ein Tipp, den viele Fotografen nutzen, um Spannung aus dem Hals zu nehmen: Strecke deinen Hals leicht nach vorne und unten, als würdest du eine Schildkröte machen. Das mag albern klingen, aber es strafft die Linie am Kinn und verhindert Doppelkinn-Effekte. Danach entspannst du die Haltung wieder leicht.
Licht und Hintergrund: Der technische Rahmen für deinen Headshot
Ein guter Fotograf kümmert sich um die Technik, aber es hilft dir, die Grundlagen zu verstehen. Das Licht entscheidet, wie freundlich oder dramatisch dein Bild wirkt. Für die meisten Anwendungsfälle, besonders wenn es um die Erstellung eines aktuellen Business Fotos geht, ist weiches, schmeichelhaftes Licht ideal.
Natürliches Licht nutzen
Wenn du draußen fotografiert wirst, ist ein leicht bewölkter Tag perfekt. Das Licht ist dann überall gleichmäßig verteilt. Stehst du draußen in der direkten Mittagssonne, entstehen harte Schatten unter den Augen und der Nase. Das wirkt schnell unvorteilhaft.
Hintergrundwahl
Der Hintergrund darf nicht vom wichtigsten Element – deinem Gesicht – ablenken. Deshalb funktionieren neutrale Hintergründe so gut. Ein unscharfer Hintergrund (man nennt das geringe Tiefenschärfe) lässt dich optisch „hervorstechen“. Wenn du ein Studio-Headshot Shooting planst, sprich vorher mit dem Fotografen über deine Branche. Ein Banker braucht vielleicht einen dunklen, seriösen Hintergrund, während ein Coach vielleicht einen hellen, freundlichen Hintergrund bevorzugt.
Nach dem Shooting: Die Auswahl der richtigen Bilder
Du hast die Fotos im Kasten. Nun kommt die oft unterschätzte Phase: die Auswahl. Auch hier gilt: Sei ehrlich zu dir selbst, aber denke daran, was du vermitteln willst.
Die Auswahl nach Zweck
Sammle die Bilder nicht nur nach dem Motto „Das gefällt mir am besten“. Sortiere sie nach ihrem Einsatzzweck:
- Der Vertrauensbildner: Direkter Augenkontakt, freundliches, leichtes Lächeln. Ideal für LinkedIn oder die „Über mich“-Seite.
- Der Dynamische: Etwas mehr Bewegung, vielleicht ein leichtes Lächeln oder ein nachdenklicherer Blick. Gut für Vortragsankündigungen.
- Der Formelle: Ein neutraler, sehr professioneller Look. Wichtig für offizielle Publikationen oder bestimmte Unternehmensprofile.
Bitte den Fotografen, dir die unbearbeiteten Fotos (die sogenannten Rohdateien oder JPEGs) zu zeigen. So triffst du eine informiertere Entscheidung. Achte darauf, dass die Nachbearbeitung (Retusche) minimal gehalten wird. Deine Hautstruktur soll sichtbar bleiben. Niemand erwartet eine makellose Plastikpuppe; man erwartet dich.



