Fotogenres

Bernd und hilla becher fotografie

Veröffentlicht 30. November 2025

Bernd und hilla becher fotografie

Du stehst vor deiner Kamera, vielleicht vor einem unscheinbaren Industriebau, und fragst dich, wie du dem Objekt die nötige Würde verleihst? Du siehst diese klaren, fast nüchternen Bilder von Wassertürmen oder Fachwerkhäusern und fragst dich, was das Besondere daran ist? Wahrscheinlich denkst du gerade an die Arbeit von zwei Fotografen, die die Welt der Architekturfotografie revolutioniert haben: Bernd und Hilla Becher. Ihre Arbeit, die oft unter dem Begriff Bernd und Hilla Becher Fotografie zusammengefasst wird, ist weit mehr als nur das Abbilden von Gebäuden. Sie bietet einen tiefen Einblick in Struktur, Form und die Schönheit des Funktionalen. Lass uns gemeinsam schauen, was du von ihrem Ansatz lernen kannst, um deine eigenen Aufnahmen klarer und aussagekräftiger zu gestalten.

Was macht die typische Becher-Fotografie aus? Die Methode verstehen

Vielleicht hast du schon bemerkt, dass die Fotos von Bernd und Hilla Becher immer sehr ähnlich aussehen, egal, ob sie Hochöfen oder Getreidesilos zeigen. Das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis einer sehr bewussten und strengen Methode. Diese Methode half ihnen, den Fokus weg vom individuellen Gebäude hin zur Typologie, also der Lehre von den Bauformen, zu lenken. Wenn du das Prinzip verstehst, kannst du es auf deine eigenen Motive anwenden, sei es eine Reihe von Straßenschildern oder Fensterformen in deiner Nachbarschaft.

Die strenge Auswahl des Motivs

Bernd und Hilla Becher suchten gezielt nach bestimmten Bauwerken, die eine gemeinsame Funktion hatten. Sie fotografierten zum Beispiel nur Wassertürme, aber immer nur solche, die nach einem bestimmten Prinzip gebaut waren. Stell dir vor, du entscheidest dich, nur die Eingangstüren von alten Arztpraxen zu fotografieren. Du suchst nicht das schönste, sondern das repräsentativste Beispiel. Genau das taten sie. Sie suchten die Essenz, das Grundprinzip hinter der Form. Das ist der erste Schritt: Definiere klar, was du untersuchen möchtest.

Die neutrale Darstellung: Keine Dramatik, bitte

Bernd und hilla becher fotografie

Ein häufiger Stolperstein in der Architekturfotografie ist der Wunsch, das Motiv „dramatisch“ oder „besonders“ darzustellen. Die Bechers machten genau das Gegenteil. Sie eliminierten jegliche emotionale Aufladung. Wie erreichten sie das?

Wenn du diesen Ansatz beim Abbilden von Industrieanlagen anwendest, wirst du feststellen, wie viel klarer deine Aussage wird.

VIDEO: The Photography of Hilla & Bernd Becher : The importance of memory.

Die Typologien: Der Vergleich macht die Regel sichtbar

Das wahre Genie der Bernd und Hilla Becher Fotografie liegt nicht in einem einzelnen Bild, sondern in der Gegenüberstellung vieler Bilder – den sogenannten Typologien. Sie hängten beispielsweise zwölf Fotos von gleichen Wassertürmen nebeneinander auf. Durch diesen direkten Vergleich siehst du plötzlich feine, aber wichtige Unterschiede in den Fenstern, den Dachformen oder den Stützkonstruktionen. Es wird wissenschaftlich, aber auf eine sehr ästhetische Weise. Du erkennst die Variation innerhalb einer strengen Regel. Wenn du deine eigenen Fotos so präsentierst, hilfst du dem Betrachter, Muster zu erkennen.

Praktische Tipps für deine eigene typologische Fotografie

Du möchtest selbst anfangen, das Prinzip der Bechers auf deine Umgebung anzuwenden? Das ist einfacher, als du denkst. Du brauchst keine Spezialausrüstung, aber eine spezielle Denkweise. Denke daran, dass es beim Erlernen der Becher Methode darum geht, eine Serie zu bauen, nicht nur ein einzelnes Meisterwerk.

Interessante Links

Bereichere dein Wissen über Bernd und hilla becher fotografie mit diesen essenziellen Lesematerialien.

Schritt 1: Wähle dein Thema – Was interessiert dich an der Form?

Verlasse das Atelier und gehe auf Entdeckungstour in deiner eigenen Stadt. Suche nach wiederkehrenden Elementen. Hier sind ein paar Ideen, die du sofort umsetzen kannst:

  1. Die verschiedenen Lüftungsschächte auf Flachdächern.
  2. Die Gestaltung der Briefkästen an alten Mietshäusern.
  3. Die Türen von öffentlichen Toilettenanlagen.
  4. Die Gestaltung von Verteilerkästen an Laternenmasten.

Wichtig ist: Bleibe bei deinem Thema. Wenn du dich für die Lüftungsschächte entscheidest, fotografiere nur diese, bis du zehn oder zwölf unterschiedliche Exemplare hast.

Schritt 2: Die technische Umsetzung – So bleibst du neutral

Um die störenden Elemente auszuschalten, musst du präzise arbeiten. Hier sind die wichtigsten Kameraeinstellungen, die dir helfen, die dokumentarische Fotografie der Bechers nachzuempfinden:

Wenn du das Motiv frontal fotografierst, nutze die Wasserwaage deiner Kamera oder App, um sicherzustellen, dass die Linien wirklich gerade sind. Wenn du die stürzenden Linien vermeidest, erhält dein Bild sofort die sachliche Anmutung, die du vielleicht suchst.

Schritt 3: Die Nachbearbeitung – Weniger ist mehr

Bernd und Hilla Becher verzichteten fast vollständig auf nachträgliche Manipulationen. Ihr Ziel war die reine Dokumentation. Wenn du heute digital arbeitest, bedeutet das nicht, dass du nicht korrigieren darfst, aber du solltest korrigieren, um die Sichtbarkeit zu verbessern, nicht um die Szene zu verändern.

Konzentriere dich auf diese drei Punkte in deinem Bildbearbeitungsprogramm:

  1. Schwarz-Weiß-Konvertierung: Die Bechers arbeiteten meist in Schwarz-Weiß. Das entfernt die Ablenkung durch Farbe und betont Textur und Kontrast.
  2. Kontrastanpassung: Erhöhe den Kontrast leicht, damit die Kanten scharf hervortreten. Aber übertreibe es nicht; die Details in den Schatten sollen sichtbar bleiben.
  3. Beschnitt: Entferne störende Ränder oder Teile des Himmels, wenn sie zu viel Platz einnehmen. Jeder Teil des Bildes muss dem zentralen Motiv dienen.

Wenn du diese Schritte beachtest, entwickelst du langsam ein Auge dafür, wie man Objekte nicht nur zeigt, sondern analysiert. Das ist das Herzstück der Bernd und Hilla Becher Fotografie.

Wenn das Licht nicht mitspielt: Umgang mit zweifelhaften Bedingungen

Du stehst vor deinem Objekt, der Himmel ist dramatisch blau mit weißen Wattebäuschen – aber du weißt, die Bechers hätten das abgelehnt. Was tust du? Du zweifelst vielleicht, ob deine Aufnahme überhaupt dem Ansatz entspricht. Sei beruhigt, Perfektion ist oft nur eine Frage der Zeit.

Die Geduld als Werkzeug

Das wichtigste Werkzeug, das sie besaßen, war Zeit. Sie kehrten oft über Jahre hinweg an die gleichen Motive zurück, nur um den perfekten Tag mit diffusem Licht zu erwischen. Du musst nicht immer auf den perfekten Tag warten, aber du solltest lernen, wann das Licht am wenigsten stört.

Wenn du nicht auf den bedeckten Himmel warten kannst, fotografiere an Tagen mit leichtem Nebel oder sehr frühen Morgenstunden, kurz bevor die Sonne direkt in die Szene scheint. Die Schatten sind dann noch lang und weich. Wenn die Sonne hochsteht und du kein Stativ hast, um die Kamera perfekt auszurichten, verschiebe das Projekt auf einen anderen Tag. Strenge Disziplin hilft dir, deine eigenen Standards hochzuhalten.

Was ist mit Farbe?

Obwohl die bekanntesten Arbeiten in Schwarz-Weiß sind, haben Bernd und Hilla Becher auch Farbfotos gemacht. Wenn du Farbe nutzen möchtest, frage dich: Unterstützt die Farbe die Form oder lenkt sie ab? Wenn die Farbe des Gebäudes selbst das interessante Merkmal ist – etwa bei rostroten Tanks – dann kann Farbe sinnvoll sein. Ist es aber nur ein zufälliges Auto, das vorbeifährt, dann ist Schwarz-Weiß die bessere Wahl, um die Konzentration auf die Struktur der Architektur zu lenken.

Häufige Fragen

Was bedeutet Typologie in der Fotografie?
Typologie bedeutet in diesem Zusammenhang, dass du viele ähnliche Objekte sammelst und sie nebeneinander stellst. Du zeigst, welche Bauformen sich wiederholen und welche kleinen Unterschiede es zwischen ihnen gibt. Es geht darum, Muster und Gemeinsamkeiten sichtbar zu machen.
Muss ich meine Fotos immer in Schwarz-Weiß machen?
Nein, das musst du nicht zwingend. Die Schwarz-Weiß-Wahl der Bechers diente dazu, Farbe als störendes Element auszuschalten und die reine Form hervorzuheben. Wenn die Farbe deines Motivs wichtig für die Analyse ist, kannst du sie nutzen. Aber achte darauf, dass die Farben kühl und nicht zu gesättigt sind.
Wie vermeide ich stürzende Linien bei hohen Gebäuden?
Stürzende Linien entstehen, wenn du von unten nach oben fotografierst und die Kamera nicht perfekt senkrecht hältst. Nutze ein Stativ und richte die Kamera exakt parallel zum Gebäude aus. In der digitalen Nachbearbeitung kannst du diese Linien auch korrigieren, aber es ist besser, die Aufnahme direkt richtig zu machen, um Bildinformationen zu sparen.
Lesen Sie auch
Fotografie ddr alltag
Fotogenres
Fotografie ddr alltag
Margarita fotografie
Fotogenres
Margarita fotografie
Iris fotografie online
Fotogenres
Iris fotografie online